Auf seinem Weg durch den Motor wird das Motoröl durch den Ölfilter geleitet. Dieser hat die wichtige Aufgabe, Schmutzpartikel sowie Metallabrieb herauszufiltern, sodass das Öl möglichst sauber bleibt und seine Schmiereigenschaften gemäß aktueller Normen wie ACEA 2021 oder API SP beibehält. Dabei werden selbst sehr kleine Teilchen mit einer Größe von wenigen Mikrometern herausgefiltert.
Warum Sie den Ölfilter immer mit austauschen sollten
Ob aus Bequemlichkeit oder um Kosten zu sparen – manche Fahrzeughalter kommen auf die Idee, beim Ölwechsel nur das Öl zu erneuern und den alten Filter im Motor zu belassen. Dies ist jedoch eine denkbar schlechte Entscheidung, mit der Sie Ihrem Fahrzeug auf Dauer erheblichen Schaden zufügen können.
Der Ölfilter dient der kontinuierlichen Entfernung von Fremdkörpern, Verbrennungsrückständen und Metallpartikeln aus dem Motoröl. Diese Verunreinigungen bleiben logischerweise im Filtermaterial hängen. Dadurch verstopft der Filter mit der Zeit zunehmend. Das geht so weit, bis durch ihn schließlich kein Öl oder nur noch eine stark reduzierte Menge durchfließen kann.
Für diesen Fall verfügen moderne Ölfilter über ein sogenanntes Bypassventil. Dieses öffnet sich automatisch, damit der Motor auch weiterhin mit ausreichend Öl versorgt wird und nicht durch Ölmangel beschädigt wird. So wird zwar ein akuter Motorschaden zunächst vermieden, allerdings müssen Sie dabei bedenken, dass das Öl nun ungefiltert durch den Motor gepumpt wird – mitsamt all den Schmutzpartikeln, die es eigentlich aus dem Kreislauf entfernen sollte.
Da natürlich kontinuierlich neue Ablagerungen und Abriebpartikel entstehen, verunreinigt sich das Öl dadurch immer schneller. In der Folge wird selbst frisches Öl nach dem Ölwechsel deutlich schneller unbrauchbar, und der Motor verschmutzt zunehmend. Dies kann schließlich zu ernsthaften Schäden an Lagern, Kolben und anderen beweglichen Motorteilen führen – auch bei modernen Euro 6d-Motoren oder Hybridfahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Ölfilter richtig wechseln
Schritt 1: Benötigte Materialien bereitstellen
Besorgen Sie sich einen passenden neuen Ölfilter für Ihr Fahrzeugmodell sowie etwas frisches Motoröl zum Einschmieren der Dichtung. Halten Sie außerdem passendes Werkzeug (eventuell einen Ölfilterschlüssel) und einen Auffangbehälter bereit.
Schritt 2: Zugang zum Ölfilter verschaffen
Je nach Fahrzeugmodell müssen Sie möglicherweise zunächst eine Motorabdeckung oder Verkleidung entfernen. Bei manchen Fahrzeugen ist der Filter von oben zugänglich, bei anderen müssen Sie das Fahrzeug aufbocken.
Schritt 3: Alten Ölfilter demontieren
Schrauben Sie den alten Ölfilter vorsichtig ab. Achtung: Es kann noch Restöl austreten. Achten Sie darauf, dass die alte Dichtung vollständig mit dem Filter entfernt wird und keine Reste an der Dichtfläche verbleiben.
Schritt 4: Dichtfläche reinigen
Säubern Sie die Dichtfläche am Motor gründlich von Ölresten und Verschmutzungen. Eine saubere Dichtfläche ist entscheidend für eine zuverlässige Abdichtung.
Schritt 5: Neuen Filter vorbereiten
Schmieren Sie den Dichtgummi des neuen Ölfilters vor dem Einbau mit etwas frischem Motoröl ein. Dies erleichtert nicht nur die spätere Demontage, sondern verbessert auch die Abdichtung beim Anziehen.
Schritt 6: Neuen Ölfilter montieren
Schrauben Sie den neuen Ölfilter handfest an. Beachten Sie dabei die Herstellerangaben – meist reicht es, den Filter nach dem ersten Kontakt der Dichtung noch eine Dreivierteldrehung festzuziehen. Überdrehen Sie den Filter nicht!
Schritt 7: Ölstand kontrollieren
Nach dem Befüllen mit frischem Motoröl starten Sie den Motor kurz und prüfen Sie auf Undichtigkeiten am Filter. Kontrollieren Sie anschließend den Ölstand und korrigieren Sie ihn bei Bedarf.
Kosten für einen Ölfilter im Jahr 2026
Ein Ölfilter ist keine kostspielige Komponente. In den meisten Fällen liegen die Kosten zwischen 10 und 25 Euro für Qualitätsfilter namhafter Hersteller. Selbst für Premiumfahrzeuge oder Hybridmodelle bewegen sich die Filterkosten meist unter 40 Euro.
Wenn Sie den Ölfilter also nicht wechseln möchten, um Geld zu sparen, ist diese Rechnung absolut kurzsichtig. Die potenziellen Folgekosten durch Motorschäden übersteigen die Ersparnis um ein Vielfaches. Sinnvoller ist es, durch die Wahl des richtigen Motoröls mit passender ACEA 2021-Freigabe und optimalen Wechselintervallen die Gesamtkosten zu optimieren.
Zeitaufwand beim Filterwechsel
Der Wechsel des Ölfilters nimmt wirklich nicht viel Zeit in Anspruch. Bei den meisten Fahrzeugen sind Sie mit 5 bis 15 Minuten dabei. Alles was Sie tun müssen, ist den alten Filter abzumontieren und den neuen einzusetzen. Je nach Fahrzeugmodell müssen Sie möglicherweise zuvor noch eine Abdeckung entfernen oder das Fahrzeug aufbocken.
In jedem Fall ist der Filterwechsel deutlich schneller erledigt als die Zeit, die das Altöl zum Ablaufen benötigt. Wenn Ihnen der Ölwechsel dennoch zu aufwendig erscheint oder Sie sich unsicher fühlen, sollten Sie Ihr Fahrzeug für diese Wartungsarbeit besser in eine Fachwerkstatt bringen.
Besonderheiten bei Hybrid- und modernen Fahrzeugen
Auch Hybridfahrzeuge mit Verbrennungsmotor benötigen regelmäßige Ölwechsel inklusive Filtertausch. Da der Verbrennungsmotor bei Hybridfahrzeugen oft unter ungünstigeren Bedingungen arbeitet (häufige Kaltstarts, Kurzstrecken), ist ein funktionsfähiger Ölfilter hier besonders wichtig. Moderne Euro 6d-Motoren mit ihren engen Toleranzen reagieren zudem besonders empfindlich auf Verunreinigungen im Öl.
Fazit: Ölfilter-Wechsel ist unverzichtbar
Ein Ölfilter kostet weder viel Geld, noch ist das Wechseln kompliziert oder zeitaufwendig. Seine Aufgabe im Motor ist jedoch deutlich wichtiger, als viele Fahrzeughalter annehmen. Ein funktionsfähiger Ölfilter trägt entscheidend dazu bei, dass der Motor sauber bleibt und die strengen Anforderungen moderner Normen wie ACEA 2021 und API SP erfüllt werden können. Zudem sorgt er dafür, dass Ihr Motoröl länger seine Schmiereigenschaften behält und nicht vorzeitig altert.
Wie Sie sehen, lohnt sich ein Ölwechsel ohne Filteraustausch also wirklich in keiner Hinsicht. Wir raten Ihnen dringend davon ab, wenn Sie Ihr Fahrzeug noch möglichst lange zuverlässig fahren möchten. Die minimale Ersparnis steht in keinem Verhältnis zum Risiko kostspieliger Motorschäden.
Weitere hilfreiche Informationen zum Thema Motorölwechsel und zur Auswahl des richtigen Öls finden Sie in unserem umfassenden Motoröl-Ratgeber.