Die regelmäßige Kontrolle des Ölstands gehört zu den wichtigsten Wartungsarbeiten an Ihrem Fahrzeug. Dieser Vorgang ist unkompliziert, nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und sollte wesentlich häufiger durchgeführt werden als nur vor einem anstehenden Ölwechsel. Eine kontinuierliche Überwachung des Ölstands ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihres Motors.
Ein zu niedriger Ölstand führt dazu, dass essenzielle Motorkomponenten wie Kurbel- und Nockenwelle nicht mehr ausreichend mit Motoröl geschmiert werden. Die Folge ist ein erhöhter Verschleiß dieser Bauteile, der nicht selten in einem kostspieligen Motorschaden mündet. Dies gilt sowohl für konventionelle Verbrennungsmotoren als auch für Hybridfahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Die Messung des Ölstands erfordert keine Fachwerkstatt und kann problemlos selbst durchgeführt werden. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte bei der Ölstandsprüfung:
Für eine aussagekräftige Messung sollte das Motoröl betriebswarm sein. Fahren Sie daher vor der Kontrolle mindestens 10 Kilometer mit Ihrem Fahrzeug. Anschließend ist es wichtig, das Auto auf einer ebenen Fläche abzustellen und einige Minuten zu warten. Während der Fahrt wird das Öl durch den Motor gepumpt und verteilt sich in verschiedenen Bereichen. Erst nach der Wartezeit sammelt es sich vollständig in der Ölwanne, sodass eine präzise Messung möglich ist.
Für die Ölstandsprüfung benötigen Sie lediglich ein sauberes, trockenes und fusselfreies Tuch oder einen Lappen. Achten Sie unbedingt darauf, dass keine Fremdkörper oder Fusseln am Tuch haften, da diese das Motoröl verunreinigen und im schlimmsten Fall Schäden verursachen könnten. Bei modernen Fahrzeugen mit hochwertigen Motorölen nach ACEA 2021 oder API SP Spezifikation ist die Reinheit des Öls besonders wichtig.
Öffnen Sie zunächst die Motorhaube Ihres Fahrzeugs. Der Entriegelungshebel befindet sich üblicherweise links unterhalb des Lenkrads im Fußraum. Nach dem Ziehen des Hebels ist die Haube entriegelt. Um sie vollständig zu öffnen, müssen Sie meist noch einen Sicherheitshebel am Kühlergrill betätigen. Klappen Sie die Haube auf und sichern Sie diese mit der Haubenstütze.
Lokalisieren Sie nun den Ölmessstab im Motorraum. Dieser befindet sich in der Nähe der Öleinfüllöffnung und ist häufig farblich markiert (oft gelb oder orange), um leicht erkennbar zu sein. Ziehen Sie den Messstab vollständig heraus. Sie werden feststellen, dass das Metall teilweise mit Öl bedeckt ist.
Da das Öl zuvor im Motor zirkuliert hat, zeigt diese erste Ablesung nicht den tatsächlichen Ölstand an. Wischen Sie das Motoröl daher zunächst vollständig mit dem sauberen Tuch ab und stecken Sie den Messstab wieder komplett in die Führung. Ziehen Sie ihn anschließend erneut heraus. Nun können Sie den tatsächlichen Ölstand präzise ablesen.
Der Ölfilm sollte sich zwischen den Markierungen MIN (Minimum) und MAX (Maximum) befinden. Idealerweise liegt der Ölstand im oberen Drittel dieses Bereichs. Ist dies der Fall, verfügt Ihr Motor über ausreichend Schmierstoff, und Sie können Ihre Fahrt fortsetzen.
Liegt der Ölstand jedoch unter der MIN-Markierung oder erreicht diese gerade noch, müssen Sie umgehend Motoröl nachfüllen. Verwenden Sie dabei ausschließlich ein Motoröl, das den Herstellervorgaben entspricht und für moderne Euro 6d-Motoren geeignet ist. Fahren Sie vor dem Nachfüllen keine längeren Strecken mehr, da eine unzureichende Schmierung zu schweren Motorschäden führen kann.
Beachten Sie, dass einige neuere Fahrzeuge über elektronische Ölstandssensoren verfügen, die den Ölstand über das Bordcomputersystem anzeigen. Dennoch empfiehlt die Redaktion von motoroel-vergleich.de auch bei diesen Fahrzeugen eine regelmäßige manuelle Kontrolle, sofern ein Messstab vorhanden ist. Bei Hybridfahrzeugen mit Verbrennungsmotor gelten die gleichen Kontrollintervalle wie bei konventionellen Fahrzeugen.
Die regelmäßige Überprüfung des Ölstands ist eine einfache, aber äußerst wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Motorgesundheit. Mit wenigen Handgriffen und minimalem Zeitaufwand können Sie kostspielige Schäden vermeiden. Die Redaktion von motoroel-vergleich.de empfiehlt eine Kontrolle mindestens einmal monatlich sowie vor längeren Fahrten. Weitere Informationen zu Motorölen und deren Spezifikationen finden Sie auf motoroel-vergleich.de.