Motoröl im Winter – welches ist das Richtige?
Auch wenn weiße Weihnachten in den letzten Jahren in vielen Teilen Deutschlands eher die Ausnahme sind, kann es auch hierzulande im Winter richtig kalt werden. Spätestens bei zweistelligen Minusgraden wird das Fahrzeug, von der Batterie bis zum Motoröl, in allen Bereichen besonders stark beansprucht.
Umso wichtiger ist es deshalb, dass Sie Ihr Fahrzeug gut auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. So vermeiden Sie, dass Ihr Auto Schaden nimmt oder morgens nicht anspringt. Dies gilt sowohl für konventionelle Verbrennungsmotoren als auch für Hybridfahrzeuge, die ebenfalls auf ein optimal funktionierendes Motoröl angewiesen sind.
Spezielle Winteröle werden kaum noch verwendet
Für die Zähflüssigkeit von Öl ist die sogenannte Viskosität ausschlaggebend. Je nachdem, welche Viskositätsklasse ein Öl aufweist, unterscheidet sich sein Verhalten bei Kälte oder auch bei Hitze. Spezielle Einbereichsöle für den Winter kommen heute nur noch selten zum Einsatz und sind allenfalls bei sehr extremen Temperaturen notwendig.
Bei modernen Motorölen handelt es sich um sogenannte Mehrbereichsöle, die sowohl im Sommer als auch im Winter ihre Viskosität beibehalten können und deshalb ganzjährig im Motor verbleiben können. Diese erfüllen aktuelle Spezifikationen wie ACEA 2021 und API SP, die auch für Euro 6d-konforme Fahrzeuge entwickelt wurden.
Die Viskosität für die verschiedenen Temperaturbereiche wird mit zwei Zahlen (zum Beispiel 5W-40) angegeben. Die erste Zahl, gefolgt von einem W (für Winter), gibt die Viskosität bei Kälte an. Der zweite Zahlenwert informiert über die Viskosität bei warmen Temperaturen.
Die sogenannte Niedrigtemperatur-Viskosität kann dabei in Fünferschritten zwischen 0W und 25W liegen. Je niedriger sie ist, desto tiefere Temperaturen verträgt das entsprechende Motoröl.
Die Niedrigtemperatur-Viskositätsklassen im Überblick
Insgesamt gibt es somit sechs verschiedene Viskositätsklassen für den Winter. Im Folgenden finden Sie diese mitsamt der jeweiligen Temperatur aufgelistet:
- SAE 0W Öl behält seine Eigenschaften bis minus 40° Celsius
- SAE 5W Öl kann bei Temperaturen von bis zu minus 35° Celsius genutzt werden
- SAE 10W Öl ist bei bis zu -30 Grad geeignet
- SAE 15W Öl ist für maximal -25 Grad konzipiert
- SAE 20W Öl eignet sich nur für maximal -20 Grad
- SAE 25W Öl bleibt lediglich bis -15 Grad nutzbar
Was passiert, wenn das Öl nicht die richtige Viskosität aufweist?
Wird es sehr kalt und Ihr Motoröl hat eine zu hohe Niedrigtemperatur-Viskositätsklasse, wird es zähflüssig. Dadurch kann die Ölpumpe es nicht mehr richtig durch den Motor pumpen.
Ist das der Fall, wird der Motor nicht mehr ausreichend geschmiert und es kommt zu einem sehr schnellen Verschleiß, da die Metallteile unter Umständen direkt aneinander reiben. Dies kann schnell zu einem kostspieligen Motorschaden führen.
Was Sie bei der Auswahl beachten müssen
Da Mehrbereichsöle heutzutage Standard sind, entfällt der halbjährliche Ölwechsel, welcher früher notwendig war. Beim Kauf des richtigen Öls sollten Sie sich zunächst an die Vorgaben des Fahrzeugherstellers halten. Das gilt bei Motoröl im Winter natürlich genauso wie im Sommer.
Je kleiner die Zahl vor dem W ist, desto niedrigere Temperaturen verkraftet das Motoröl, ohne dabei allzu dickflüssig zu werden. Gängige Ölsorten wie zum Beispiel 5W-30 oder 5W-40 vertragen ohne Probleme auch sehr niedrige Temperaturen und erfüllen die Anforderungen moderner Motoren nach ACEA 2021 und API SP.
Für den Winter in Deutschland sollte es in den allermeisten Fällen vollkommen ausreichend sein, Öle mit dieser Viskosität für Ihr Fahrzeug zu verwenden. Kritisch kann es jedoch bei höheren Viskositätsklassen wie etwa 20W oder gar 25W werden. Kommt solches Motoröl im Winter bei Ihnen zum Einsatz, sollten Sie das Thermometer auf jeden Fall gut im Auge behalten.
Besonderheiten bei Hybridfahrzeugen
Auch Hybridfahrzeuge mit Verbrennungsmotor benötigen hochwertiges Motoröl. Da der Motor bei Hybriden häufig kalt gestartet wird, ist eine niedrige Viskositätsklasse besonders wichtig. Moderne 0W-20 oder 5W-30 Öle sind hier oft die beste Wahl und entsprechen den aktuellen Herstellervorgaben.
Fazit: Die richtige Viskosität für den Winter
Die Redaktion von motoroel-vergleich.de empfiehlt für den deutschen Winter die Verwendung von Mehrbereichsölen mit einer Niedrigtemperatur-Viskosität von 0W oder 5W. Diese gewährleisten auch bei extremen Minusgraden eine optimale Schmierung und schützen Ihren Motor vor Verschleiß. Beachten Sie stets die Herstellervorgaben und achten Sie auf aktuelle Spezifikationen wie ACEA 2021 und API SP.
Weitere Informationen zu verschiedenen Motorölsorten und deren Eigenschaften finden Sie auf motoroel-vergleich.de.