Bei einem Additiv handelt es sich um einen Zusatzstoff, der dem Motoröl hinzugefügt wird. Mithilfe von Additiven sollen dem Öl verbesserte Eigenschaften verliehen werden. Es gibt zahlreiche verschiedene Stoffe, die unterschiedliche Wirkungen für Ihr Fahrzeug versprechen. Was Motoröl-Additive tatsächlich bringen und was Sie sonst noch über sie wissen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
Additive der Hersteller – integraler Bestandteil moderner Motoröle
Zunächst sollten Sie wissen, dass praktisch jedes moderne Motoröl Additive enthält. Hierbei handelt es sich um Zusatzstoffe, die bereits während der Produktion beigefügt werden. So verändern die Hersteller die Eigenschaften des Motoröls, sodass es den gewünschten Spezifikationen entspricht – sei es nach ACEA 2021 Normen, API SP oder den Anforderungen für Euro 6d-Motoren.
Solche von Seiten der Hersteller beigefügte Additive gibt es viele. Das sind zum Beispiel:
- Zusätze für den Schutz vor Korrosion: Korrosion bedeutet, dass ein Material sich aufgrund von Einflüssen aus der Umgebung verändert. Metall kann zum Beispiel rosten. Um Korrosion zu verhindern, werden dem Öl entsprechende Zusätze beigemischt. Dies ist besonders wichtig bei modernen Motoren mit längeren Ölwechselintervallen.
- Friction Modifier: Sogenannte Friction Modifier sollen die Reibung verringern. Diese Additive sorgen dafür, dass sich ein Schutzfilm auf den Metallteilen bildet. So können diese nicht direkt aufeinander reiben. Gerade bei Hybridfahrzeugen, deren Verbrennungsmotor häufig kalt startet, ist dieser Schutz besonders wichtig.
- Additive für einen besseren VI: Der VI (Viskositätsindex) gibt an, in welchen Temperaturbereichen das Motoröl seine Viskosität aufrecht erhalten kann. Durch das Beifügen sogenannter VI-Verbesserer kann hier ein höherer Temperaturbereich abgedeckt werden. Dies ist für moderne Motoren mit hohen Belastungen unerlässlich.
- Antioxidantien: Durch hohe Temperaturen und Metallabrieb im Motor oxidiert das Motoröl mit der Zeit. Durch die Zugabe entsprechender Additive kann dieser Vorgang verzögert werden. Dadurch bleibt das Motoröl länger haltbar und erfüllt die Anforderungen für verlängerte Wechselintervalle.
- Additive für den Schutz vor Verschleiß: Motoröl-Zusätze, die dem Verschleiß entgegen wirken, bilden einen Schutzfilm auf den Metallteilen im Motor. Dadurch wird verhindert, dass die Metallteile direkt aneinander reiben können. Ihre Wirkung ist im Winter besonders wichtig, wenn das Öl bei niedrigen Temperaturen dickflüssiger wird.
- Zusätze zur Reinigung: Um Ablagerungen und Verschmutzungen im Motor zu vermeiden, werden dem Motoröl außerdem verschiedene Zusätze zur Reinigung beigefügt. Dadurch bleibt der Motor sauberer, was sich natürlich auch auf seine Lebensdauer positiv auswirkt. Dies ist besonders bei Euro 6d-Motoren mit empfindlichen Abgassystemen von Bedeutung.
Additive aus dem Handel – Wundermittel oder überflüssig?
Neben den eben beschriebenen Additiven, welche bereits beim Kauf im Motoröl vorhanden sind, gibt es auch einige Produkte im Handel, welche Sie dem Öl selbst beifügen können. In erster Linie sollen diese kleinen Wundermittelchen eine höhere Leistung bringen und den Verbrauch von Kraftstoff, also Benzin und Diesel, reduzieren.
Auch wenn das natürlich verlockend klingt, ist an diesen Versprechen in der Praxis jedoch nur wenig dran. Moderne Motoröle sind bereits optimal auf die Anforderungen der jeweiligen Motoren abgestimmt. Auch wenn Ausnahmen durchaus vorkommen können, gibt es durch die Verwendung solcher Zusätze in der Regel keine nennenswerten Verbesserungen hinsichtlich Leistung oder Verbrauch.
Aus diesem Grund, und weil die falschen Zusätze zudem den Motor beschädigen können, rät die Redaktion von motoroel-vergleich.de von der Nutzung solcher Motoröl-Additive aus dem Handel ab. Besonders bei modernen Motoren mit speziellen Anforderungen können nachträglich zugesetzte Additive die sorgfältig ausbalancierte Zusammensetzung des Öls stören.
Besonderheiten bei Hybrid- und modernen Fahrzeugen
Bei Hybridfahrzeugen und modernen Euro 6d-Motoren gelten besondere Anforderungen an das Motoröl. Diese Motoren arbeiten oft bei niedrigeren Temperaturen und haben häufigere Kalt-Warm-Zyklen. Die Additive in modernen Motorölen sind speziell auf diese Bedingungen abgestimmt. Nachträglich zugesetzte Additive können diese fein abgestimmte Zusammensetzung empfindlich stören und im schlimmsten Fall zu Schäden führen.
Fazit: Vertrauen Sie auf hochwertige Motoröle
Additive sind notwendig, damit das Motoröl über die richtigen Eigenschaften verfügt. Sie verbessern unter anderem die Schmierfähigkeit und verlängern die Lebensdauer des Öls. Allerdings sollten Sie die von Herstellerseite zugefügten Additive nicht mit den angeblichen Wundermitteln verwechseln, die Sie Ihrem Motoröl selbst beimischen können.
Letztere versprechen zwar viel, halten jedoch meist nur wenig. Solange Sie ein hochwertiges Motoröl verwenden, das den aktuellen Normen wie ACEA 2021 oder API SP entspricht, darauf achten, dass der Ölstand stets ausreichend hoch ist und regelmäßige Ölwechsel bei Ihrem Auto durchführen lassen, gibt es keinen Grund, weshalb Sie Ihr Geld für derartige Artikel ausgeben sollten.
Vor allem sollten Sie auch bedenken, dass das falsche Additiv im Öl unter Umständen sogar zu Schäden führen kann. Und für Schäden, welche Sie durch eine Verwendung solcher Additive verursachen, haftet in der Regel auch kein Autohersteller. Das heißt, dass Sie sehr wahrscheinlich sogar auf den Kosten sitzen bleiben.
Die Redaktion von motoroel-vergleich.de empfiehlt: Setzen Sie auf qualitativ hochwertige Motoröle namhafter Hersteller und verzichten Sie auf nachträgliche Additive aus dem Handel. Moderne Motoröle sind bereits optimal auf die Anforderungen Ihres Fahrzeugs abgestimmt.