Motoröl Qualität prüfen – So erkennen Sie den Zustand Ihres Motoröls
Je nach Motortyp und verwendeter Ölspezifikation verliert das Motoröl in unterschiedlichem Tempo seine Leistungsfähigkeit. Mit der Zeit reichern sich Verschmutzungen an und die Schmiereigenschaften lassen nach. Wenn die Qualität des Öls nicht mehr den Anforderungen entspricht, kann dies rasch negative Auswirkungen auf Ihr Fahrzeug haben – unabhängig davon, ob es sich um einen konventionellen Verbrennungsmotor oder einen Hybrid mit Verbrennungsantrieb handelt.
Ein rechtzeitiger Ölwechsel sollte deshalb selbstverständlich sein. Gleichzeitig möchten Sie jedoch auch wirtschaftlich handeln und die Wechselintervalle nicht unnötig verkürzen. Wie Sie die Motoröl Qualität prüfen können und wie Ihnen dies auch beim Kauf eines Gebrauchtwagens helfen kann, erläutert die Redaktion motoroel-vergleich.de in diesem Beitrag.
Welchen Nutzen bietet Ihnen ein Qualitätscheck?
Die Qualität Ihres Motoröls zeigt Ihnen nicht nur an, wann der nächste Ölwechsel fällig wird. Sie gibt Ihnen zusätzlich auch Aufschluss über den Zustand des Motors. Enthält das Öl beispielsweise Wasser, kann dies auf eine defekte Zylinderkopfdichtung hindeuten. Das rechtzeitige Erkennen möglicher Probleme anhand des Ölzustands kann Ihnen teure Reparaturen und damit erhebliche Kosten ersparen.
Auch wenn Sie einen Gebrauchtwagen erwerben möchten, ist eine Überprüfung der Motorölqualität ratsam. Insbesondere wenn diese nicht zum angegebenen Zeitraum seit dem letzten Ölwechsel passt, ist Vorsicht geboten. Schließlich möchten Sie kein Fahrzeug kaufen, das Sie nach wenigen Wochen erst einmal kostspielig instand setzen müssen.
Wie sollte das Öl aussehen?
Beim Einfüllen ist frisches Motoröl – ob es sich um moderne ACEA 2021 oder API SP Spezifikationen handelt – in der Regel hellbraun und relativ klar. Die genaue Farbe hängt von der Sorte und der Menge der verwendeten Additive ab. Das Öl behält diese Farbe allerdings nicht dauerhaft.
Im Laufe der Zeit wird es dunkler. Dies liegt daran, dass es altert: Additive bauen sich ab und Verschmutzungen lagern sich im Öl ab. Zunächst bedeutet eine dunkelbraune Farbe nicht zwangsläufig, dass das Motoröl bereits unbrauchbar ist. Meist tritt diese Verfärbung schon nach wenigen tausend Kilometern ein.
Je dunkler das Öl jedoch wird, desto älter ist es in der Regel auch. Eine komplett schwarze Farbe kann, je nach Fahrzeug, auf relativ starke Verunreinigungen hindeuten. Bei älteren Fahrzeugen oder Dieselmotoren ist dies allerdings nicht ungewöhnlich. Auch moderne Euro 6d Motoren können je nach Einsatzbedingungen eine rasche Verdunkelung des Öls zeigen.
Wasser im Öl – ein Warnsignal?
Was keinesfalls vorkommen sollte, sind Wassertropfen, die sich am Ölmessstab bilden. Dies deutet meistens darauf hin, dass Kühlwasser in das Öl gelangt ist. Ist das der Fall, sollten Sie als nächstes das Kühlwasser prüfen. Ist darin Öl zu sehen, ist sehr wahrscheinlich die Zylinderkopfdichtung defekt.
Ist mit dem Kühlwasser alles in Ordnung und auch der Ölstand nicht auffällig gefallen, kann es sich aber auch einfach nur um Kondenswasser handeln. Dieses entsteht beim häufigen Fahren von Kurzstrecken in der kalten Jahreszeit oft und verschwindet nach einer längeren Autobahnfahrt in der Regel wieder. Besonders bei Hybridfahrzeugen, die häufig im elektrischen Modus Kurzstrecken zurücklegen, kann dieses Phänomen auftreten, da der Verbrennungsmotor nicht immer vollständig warmläuft.
Wenn Sie es hinsichtlich der Motoröl Qualität ganz genau wissen möchten, haben Sie auch noch andere Kontrollmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Analyse im Labor.
Laboranalysen für präzise Ergebnisse
Es gibt spezialisierte Unternehmen, bei denen Sie Ihr Motoröl – und natürlich auch andere Betriebsflüssigkeiten – im Labor prüfen lassen können. Das ist natürlich mit einem gewissen Aufwand und Kosten verbunden. Je nach Labor und Umfang der Analyse können Sie hier mit Kosten zwischen 80 und 150 Euro rechnen.
Auf der anderen Seite erhalten Sie so aber präzise Daten zum Zustand des Motoröls. Eine Firma, die solche Laboranalysen für Motoröl anbietet, ist zum Beispiel das Unternehmen Oelcheck GmbH. Die Analyse gibt Aufschluss über Verschleißpartikel, Additivabbau und Verunreinigungen. Ob sich eine solche Analyse für Sie lohnt, müssen Sie individuell abwägen – bei hochwertigen Fahrzeugen oder bei Verdacht auf Motorschäden kann sie jedoch sehr aufschlussreich sein.
Schnell-Tests für die Eigendiagnose
Neben Laboranalysen gibt es mittlerweile auch Schnell-Tests, mit denen Sie das Öl selbst überprüfen können. Dafür geben Sie einfach einen Tropfen Öl auf einen Teststreifen und warten einen Moment.
Je nachdem wie sich das Aussehen dieses Flecks dann entwickelt, lassen sich Rückschlüsse über den Zustand ziehen. Ein solcher Schnell-Test ist zwar eine praktische Sache. Ihnen sollte jedoch bewusst sein, dass Sie hier nicht annähernd so genaue Ergebnisse wie bei einem Labortest erhalten. Für eine erste Einschätzung können diese Tests dennoch hilfreich sein.
Fazit: Regelmäßige Ölkontrolle schützt Ihren Motor
Die regelmäßige Überprüfung der Motorölqualität ist eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Motorgesundheit. Ob durch einfache Sichtkontrolle, Schnell-Tests oder professionelle Laboranalyse – die Kontrolle des Ölzustands kann Sie vor teuren Motorschäden bewahren. Besonders bei modernen Motoren mit ACEA 2021 oder API SP Spezifikationen ist die Verwendung des richtigen Öls und dessen rechtzeitiger Wechsel entscheidend.
Weitere Informationen zu verschiedenen Motorölsorten und deren Eigenschaften finden Sie auf motoroel-vergleich.de. Die Redaktion motoroel-vergleich.de empfiehlt, sich im Zweifelsfall immer an die Herstellervorgaben zu halten und bei Unsicherheiten eine Fachwerkstatt zu konsultieren.