Das Motoröl gehört zu den wichtigsten Betriebsstoffen eines jeden Fahrzeugs – auch und gerade beim VW Golf. Es sorgt für die Schmierung der Motorkomponenten, schützt vor Verschleiß und reguliert die Betriebstemperatur. Von der richtigen Ölwahl und einem regelmäßigen Ölwechsel hängt die Lebensdauer des Motors maßgeblich ab. Aus diesem Grund empfiehlt Volkswagen für den Golf unter anderem die Hochleistungsöle von Castrol.
Für den VW Golf gelten – je nach Motorversion und Baujahr – unterschiedliche Ölspezifikationen. Die relevante VW-Freigabe ist hier der entscheidende Maßstab. Für die meisten aktuellen Golf-Modelle (Golf 8, Golf GTI, Golf GTE Plug-in-Hybrid) schreibt Volkswagen ein vollsynthetisches Motoröl mit der Freigabe VW 508 00 oder VW 504 00 vor – in Verbindung mit der Viskosität 0W-20 oder 5W-30.
Beim Golf GTE (Plug-in-Hybrid) kommt der Verbrenner häufig nach einem rein elektrischen Betrieb kalt zum Einsatz. Dies stellt besondere Anforderungen an das Öl: Es muss auch bei niedrigen Temperaturen sofort und effizient schmieren. Ein Leichtlauföl der Viskositätsklasse 0W-20 mit der Freigabe VW 508 00 ist hier besonders geeignet.
Für ältere Golf-Modelle (z. B. Golf 6 mit TDI-Motor) gilt häufig noch die Freigabe VW 507 00 mit 5W-30 – insbesondere bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter (DPF). Diese Freigaben sind nicht beliebig austauschbar. Prüfen Sie daher stets die Betriebsanleitung oder das Serviceheft Ihres Fahrzeugs.
Motoröl altert: Es verliert durch Oxidation, Kraftstoffeinträge, Rußpartikel und Wassereinträge seine Schmiereigenschaften. Ein regelmäßiger Ölwechsel ist daher unerlässlich. Beim Ölwechsel wird das verbrauchte Öl abgelassen und durch frisches, geeignetes Öl ersetzt. Gleichzeitig sollte der Ölfilter gewechselt werden – ein neuer Filter sorgt dafür, dass das frische Öl nicht sofort mit alten Verunreinigungen in Kontakt kommt.
Der VW Golf (je nach Motorisierung und Baujahr) unterstützt ein variables Serviceprogramm (Longlife-Service). Das Fahrzeug zeigt dabei an, wann ein Ölwechsel fällig ist – in der Regel nach bis zu 30.000 km oder zwei Jahren. Bei häufigem Kurzstreckenbetrieb, im Winter oder bei intensiver Nutzung empfiehlt die Redaktion von motoroel-vergleich.de, den Wechselintervall auf 15.000 km oder einmal jährlich zu verkürzen.
Der Ölwechsel gehört zu jenen Wartungsarbeiten, die viele Fahrzeughalter selbst durchführen möchten. Grundsätzlich ist dies beim VW Golf möglich – allerdings sollten Sie folgende Punkte beachten:
Eine kleine Einleitung von uns Schritt für Schritt
| Schritt 1 | Zunächst muss die Abdeckung von der Batterie genommen werden |
| Schritt 2 | Als nächstes werden deren Pole abgeklemmt – wobei zunächst der Minuspol und erst danach der Pluspol an die Reihe kommt |
| Schritt 3 | Unmittelbar neben der Batterie befindet sich eine Lasche zur Befestigung der Batterie. Diese muss gelöst werden, indem man die Schraube M8 SW 13 herausdreht |
| Schritt 4 | Dann lässt sich die Batterie ohne Weiteres herausnehmen – Vorsicht! Eine Autobatterie ist schwer! |
| Schritt 5 | Darunter wird der Batterieträger sichtbar. Dieser ist mit drei Schrauben fixiert, die nun gelöst werden müssen (SW10) |
| Schritt 6 | Nimmt man den Batterieträger heraus, wird das Filtergehäuse sichtbar |
| Schritt 7 | Dieses wird ebenfalls herausgenommen; Werkzeug dafür ist eine 24er Nuss, mit der man nach dem Lösen des Kopfes sieben Umdrehungen weiterdreht – anschließend muss man ca. 10-15 Sekunden warten. In dieser Zeit fließt das Öl ins Getriebe zurück. Anschließend kann der alte Filter entnommen und durch einen neuen ersetzt werden. Danach werden das Filtergehäuse wieder mit 20Nm angezogen, und zunächst der Batterieträger und dann die Batterie wieder eingebaut. |
| Schritt 8 | Vor dem Wechsel des Öls muss der Wagen möglichst auf eine Grube gefahren werden. Wer keine hat, kann den Wagen auch aufbocken. Er sollte anschließend waagerecht stehen |
| Schritt 9 | Jetzt muss die Auffangwanne für das Öl untergestellt werden |
| Schritt10 | Dann wird am Getriebe die sogenannte Ablass-Schraube mit einem 14er Inbus entfernt. Wichtig: Ist das Fahrzeug nach dem 20.9.2004 gebaut, ist nur eine dieser Ablass-Schrauben eingebaut. Zuvor waren es zwei, von denen nur eine nötig ist zu lösen |
| Schritt11 | Ist die Ablass-Schraube entfernt, sieht man darunter ein schwarzes Überlaufrohr aus Kunststoff. Das Rohr ist mit einem 8mm Innensechskant ausgestattet und ermöglicht durch diesen das Herausschrauben |
| Schritt12 | Ungefähr 5 Liter Öl müssen herauslaufen, ehe man dieses Rohr wieder einsetzen und mit 3Nm anziehen kann |
| Schritt13 | Anschließend muss der sogenannte Befülladapter an das Getriebe angeschlossen werden, wobei am anderen Ende des Schlauches die Ölflasche angeschlossen wird. Diese wird zuvor kräftig geschüttelt |
| Schritt14 | Die Flasche wird nun kopfüber gehalten, und zwar höher als das Niveau des Getriebes. Besser läuft die Flasche leer, wenn man in deren Boden ein kleines Loch schneidet. 5,5 Liter werden eingefüllt |
| Schritt15 | Eine Möglichkeit, um zu verhindern , dass nach der richtigen Füllmenge Öl wieder zurückläuft: der Schlauch kann mit einem Knick versehen und mittels Kabelbinder blockiert werden |
| Schritt16 | Dann wird der Motor gestartet und bei getretener Bremse jede Getriebestellung für ca. 3-5 Sekunden eingelegt. Auf „P“ bzw. Leerlauf gestellt, sollte der Motor dann weiter laufen, bis das Öl eine Temperatur zwischen 35 und 45 Grad erreicht hat. Das kann rund eine halbe Stunde dauern |
| Schritt17 | Der Adapter wird dann vom Schlauch getrennt, damit überschüssiges Öl abfließt. Kommen aus der Öffnung nur noch spärliche Tropfen, kann der Adapter abgeschraubt und die Verschluss-Schraube wieder angebracht werden. Sie sollte mit 45 Nm angezogen werden |
Wer keinen Hebebühnen-Zugang hat oder sich unsicher ist, sollte den Ölwechsel in einer Fachwerkstatt durchführen lassen. Für Golf-Besitzer, die ihr Fahrzeug selbst warten, empfiehlt sich eine detaillierte Anleitung für die jeweilige Golf-Generation. Gut bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind auf einschlägigen Kfz-Plattformen und in Werkstatt-Foren zu finden.
Wer sein Öl selbst kauft und mit in die Werkstatt bringt, kann dabei gegenüber dem Werkstatteinkauf oft erheblich sparen. Sprechen Sie Ihren Werkstattbetrieb im Voraus darauf an – viele sind kulant und akzeptieren kundeneigenes Öl.
Die Anforderungen an Motoröle steigen mit jeder neuen Fahrzeuggeneration. Für den Golf 8 (erschienen 2019, weiterentwickelt bis 2026) gelten folgende Empfehlungen:
Aktuelle Qualitätsnormen wie ACEA C2/C3 und API SP stellen sicher, dass das Öl auch unter den strengen Euro-6d-Emissionsanforderungen zuverlässig arbeitet.
Ein konsequenter Ölwechsel im richtigen Intervall – mit dem passenden, freigegebenen Öl – ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen für die Langlebigkeit Ihres VW Golf. Ob Sie die Arbeit selbst übernehmen oder eine Werkstatt beauftragen: Entscheidend ist, dass das richtige Öl verwendet wird und der Filter mitgewechselt wird.
Mehr Informationen zu empfehlenswerten Motorölen für Volkswagen-Modelle finden Sie in unserem Castrol Motoröl Test sowie in weiteren Produktvergleichen auf motoroel-vergleich.de.